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EOL-Matrix: Schlüsselfaktoren, die zu einer Fremdsprachenfreundlichen Lernumgebung beitragen

AKTIONSPLAN FÜR PARTNERSCHULEN
Download auf Deutsch
Die Matrix gibt ein Gesamtbild über die verschiedenen Felder und Bereiche, welche zur Entwicklung fremdsprachenfreundlicher Lernumgebungen beitragen. Durch die Verknüpfung der vier Umgebungsebenen mit den fünf Dimensionen des Sprachenlernens, soll die Matrix Schulen dabei helfen, neue Wege für und durch Sprachen zu erkennen. Ziel ist es, Schulen durch fremdsprachenfreundliche Lernumgebungen neu zu gestalten. Die Matrix ist ein dynamisches Tool und soll dementsprechend in den vier Projektjahren getestet und verbessert werden. Die Matrix steht im direkten Bezug zum Glossar und den verschiedenen Tools und Ressourcen des Projekts.

Download der Matrix auf Deutsch - Englisch - Französisch - Griechisch - Spanisch - Norwegisch

  NANO: Schüler MICRO: Unterricht MESO: Schule MACRO: System
1. Sprachen sprechen
Operativer Ansatz
1.1. Sprachenkompetenz fördern
1.2. Kommunikative Fertigkeiten stärken

1.3. Die Schulkommunikation überdenken

1.4. Globales Sprachenbewusstsein entwickeln
 
FÜR - Mehrsprachiges und multikulturelles Repertoire als globales Sprachsystem
DURCH - Mehrsprachige Kompetenzen
- Gefühl sprachlicher Geborgenheit
BEISPIELE
Beispiel 1: Eurosprachen

Um den Kontakt der SchülerInnen mit allen an der Schule unterrichteten Sprachen zu verbessern, hat diese Schule in Zusammenarbeit mit einer Universität eine Stunde dreisprachigen Unterricht (Deutsch, Englisch, Spanisch) für interkulturelle Mediationsaktivitäten und für ein mehrsprachiges Wikiradio angeboten. Dieser Ansatz fördert das Sprachbewusstsein aller: SchülerInnen und Lehrkräfte.

Lycée Victor et Hélène Basch, Rennes, Frankreich

Beispiel 2: Sprachodyssee

Realisierung eines gemeinsamen künstlerischen und sprachlichen Projekts der Französisch als Zweitsprache-Studierenden für eine Ausstellung, die während der "Europäischen Tage des Kulturerbes" präsentiert wurde. Das Projekt zielt darauf ab, im lexikalischen Bereich der Reise zu arbeiten und anschließend Übersetzungen in die Heimsprachen aller allophonen SchülerInnen (Englisch, Deutsch, Spanisch, Polnisch, Italienisch, Türkisch, Arabisch, Tamilisch, Albanisch, Russisch, Japanisch, Katalanisch, Chinesisch, Griechisch, Portugiesisch usw.) zu erstellen.

Collège international de l’esplanade, Straßburg, Frankreich

 

Beispiel 3: Identitäten

Eine Fremdsprache zu erlernen bedeutet, seine Identität zu erweitern. Es wird häufig empfohlen, Masken, Maskottchen, Marionetten oder sogar neue Namen zu verwenden, um jungen Lernenden dabei zu helfen, in eine neue Kultur einzutauchen. Diese Distanzierung erleichtert den Sprachvergleich und die Entwicklung eines globalen Sprachbewusstseins.

Das Schreiben und Sprechen von Texten für andere Personen wie bei Audio-Guides oder etwa beim Geschichtenerzählen mit Augmented Reality kann für ältere Lernende dieselbe Funktion haben.

Dieses Sprachbewusstsein sollte dann auf andere Fächer wie Literatur, Sport, Wissenschaften usw. übertragen werden.

Primary school in Greece/ Sekundarschule in Frankreich

Anleitung zu Fragestellungen für Schulen  Hier finden Sie einige Fragen mit dem Ziel, gemeinsame Überlegungen zu diesem Thema zu unterstützen

 

2. Sprachen aufwerten
ethischer Ansatz
2.1. Eine sprachsensible Haltung entwickeln
2.2. Bewerten und zertifizieren
2.3. Eine Sprachenpolitik an der Schule entwickeln
2.4. Sprachenvielfalt nachhaltig sichern
 
3. Interkulturelle Erfahrungen berücksichtigen
3.1. Mit anderen lernen; partnerschaftliches Lernen fördern
3.2. Einen sprach- und kultursensiblen Ansatz implementieren
3.3. Internationale Netzwerke ausbauen
3.4. Vernetzungen entwickeln, um Inklusion zu fördern
 
4. Curricula bereichern
curricularer Ansatz
4.1. Sprachenbiografien und Sprachenrepertoires aufwerten
4.2. Sprachen durch fächerübergreifenden Unterricht fördern
4.3. Kontinuität im Curriculum sichern
4.4. Kollektive Intelligenz fördern
 
5. Sprachen im Alltag betrachten
existentieller Ansatz
5.1. Sprachen im persönlichen und beruflichen Projekt fördern
5.2. Alle Lernbereiche nutzen
5.3. Sprachenlandschaften erkunden
5.4. Eine mehrsprachige Lernumgebung schaffen
 

 

Die Entwicklung fremdsprachenfreundlicher Lernumgebungen sollte das Erlernen von Fremdsprachen durch das Kombinieren pluraler Ansätze unterstützen:

  • Interkomprehension: Interkomprehension unterstützt die Sprachreflexion zu funktionalen Aspekten von Sprachen und Sprachverwandtschaften. Dies fördert das Bewusstsein des eigenen Sprachrepertoires und den Einsatz von Kommunikationsstrategien. Das Aneignen der sieben Siebe führt z.B. schnell zur Beherrschung von Metasprache und Sprachbrücken und zur gleichzeitigen Verwendung mehrerer Sprachen.
  • Sprachaufmerksamkeit: Sprachaufmerksamkeit fördert das Interesse für andere Sprachen und ihre Vielfalt. Dies hilft dem Schüler sich von bestimmten Vorstellungen oder von einer Sprachhierarchie zu distanzieren. Es geht sowohl darum, eine fremdsprachenfreundliche Einstellung gegenüber Sprachen als auch ein Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Sprachvielfalt zu entwickeln. 

 

  • Interkulturelles Lernen: Die Erfahrung interkultureller Begegnungen und die Zusammenarbeit mit Partnern, die eine andere Sprache sprechen beruht oft auf einer besonderen Einstellung, um auf sprachlicher oder kultureller Ebene basierende Kommunikationsschwierigkeit zu ebnen. Diese vermittelnde Einstellung fördert einen reflexiven Ansatz sowohl der anderen und als auch eigenen Kultur und Sprache.
  • Integrative Sprachendidaktik in unterschiedlichen gelernten Sprachen: Es geht hierbei sowohl darum, auf Sachfächer bezogene Inhalte zu integrieren, als auch den Spracherwerb integrativ zu überdenken (vor allem durch den Einbezug von anderen Fächern, weiteren Lernbereichen, usw.) und eine globale allen Sprachen gemeinsame Didaktik zu fördern.