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EOL-Matrix: Schlüsselfaktoren, die zu einer Fremdsprachenfreundlichen Lernumgebung beitragen

AKTIONSPLAN FÜR PARTNERSCHULEN
Download auf Deutsch
Die Matrix gibt ein Gesamtbild über die verschiedenen Felder und Bereiche, welche zur Entwicklung fremdsprachenfreundlicher Lernumgebungen beitragen. Durch die Verknüpfung der vier Umgebungslevels mit den fünf Dimensionen des Sprachlernens, soll die Matrix Schulen dabei helfen, neue Wege für und durch Sprachen zu erkennen. Ziel ist es, Schulen durch fremdsprachenfreundliche Lernumgebungen neu zu gestalten. Die Matrix ist ein dynamisches Tool und soll dementsprechend in den vier Projektjahren getestet und verbessert werden. Die Matrix steht im direkten Bezug zu dem Glossar und den verschiedenen Tools und Ressourcen des Projekts.

Download der Matrix auf Griechisch - Spanisch

  NANO: Schüler MICRO: Unterricht MESO: Schule MACRO: System
1. Sprachen sprechen
Operativer Ansatz
1.1. Sprachenkompetenz fördern
1.2. Kommunikative Fertigkeiten stärken

1.3. Die Schulkommunikation überdenken

1.4. Globales Sprachenbewusstsein entwickeln
 
FÜR - Korrektheit (Normen, Variationen, Sprachregister)
- Metalinguistische Kompetenzen
- Flexible Mehrsprachenkompetenzen
DURCH - Diskursfähigkeit, reflexive Kompetenzen
- Mit den Anderen lernen

BEISPIELE
Beispiel 1: Escape game
Die SchülerInnen erstellen ein Abenteuerspiel, in dem die SpielerInnen gemeinsam ein Rätsel in Sprachen und Wissenschaft lösen müssen, um einen Raum zu verlassen. Sie haben dazu eine Stunde Zeit!
Dieses Spiel, das Partnerschulen und Eltern zur Verfügung gestellt wird, kombiniert Hör- und Leseverstehen.
Beispiel 2: Partnerarbeit auf Arabisch
Der Unterricht erfolgt in zwei Schritten:
- SchülerInnen entdecken authentisches Material zum Thema Umwelt aus zwei Fallstudien in der arabischen Welt;
- SchülerInnen arbeiten in Tandems und nehmen dazu gemeinsam und eigenständig einen Audiokommentar auf.
Collège Lucie Aubrac, Courbevoie/Frankreich
 

Beispiel 3: mehrsprachige Schilder – Malta
Sprachkompetenzen entwickeln bedeutet auch, alle in einer Schule angebotenen Sprachen zu zeigen. Mehrsprachige Schulschilder helfen, Sprachen in die Schullandschaft zu integrieren und SchülerInnen zu motivieren.

Leitfaden  Hier finden Sie einige Fragen mit dem Ziel, gemeinsame Überlegungen zu diesem Thema zu unterstützen

 

FÜR - Strategien im Hör- und Leseverstehen / in der mündlichen und schriftlichen Kommunikation
- Zwischensprachliche / interlinguistische Kompetenzen (Interkomprehension)
- Crosslinguistic skills (intercomprehension)
- Pluriliterarität
DURCH - Multimodale, digitale Kompetenzen
- Sinn und Motivation
BEISPIELE
Beispiel 1: Persönliche Alphabetsliste
Jede/r SchülerIn erstellt eine Liste von Wörtern und Ausdrücken in mindestens zwei Sprachen (Schulsprache, Familiensprachen, Fremd- oder Regionalsprachen usw.), die er/sie in der Schule verwendet (Unterrichtsanweisungen, fachspezifisches Vokabular, Kommunikation von der Schule etc.).
Beispiel 2: Team-Teaching
Dank Team-Teaching wurde den SchülerInnen die Möglichkeit geboten, verschiedene Denkmäler im Kunstgeschichte- und Englischunterricht zu präsentieren, indem sie an der Synchronisierung von Videos arbeiteten. Sie konnten Kompetenzen in Sprache und Kunstgeschichte erwerben.

Beispiel 3: Kommunikation in allen Fächern
Beim Lernen spielt die Sprache eine zentrale Rolle. Aus diesem Grund sollten alle Lehrkräfte KommunikationsexpertInnen werden. Dies umfasst nicht nur die sprachliche Dimension jedes Fachs, sondern auch die Entwicklung der Fähigkeit, SchülerInnen bei der Kommunikation zu helfen, oder etwa die Fähigkeit, einen kompletten Kommunikationsplan für ein Projekt aufzustellen. Zwei Mittel könnten dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen: die Förderung von CLIL-Unterricht und die Entwicklung von Schulaustauschprogrammen, bei denen alle Fächern miteinbezogen werden.

Leitfaden  Hier finden Sie einige Fragen mit dem Ziel, gemeinsame Überlegungen zu diesem Thema zu unterstützen

 

FÜR - Schulsprache(n) und Fächersprachen
- Schulkodex und Heimsprachen
DURCH - Freundliches Schulklima
- Selbstschätzung, Selbstwertgefühl
BEISPIELE
Beispiel 1: Sozialer Zusammenhalt durch Sprachen

In dieser Schule, in der die Hälfte der Schüler polnisch ist, wird die sprachliche Dimension jetzt bei allen Bildungsaktivitäten (Kurse, Projekte, Mobilität, Kulturveranstaltungen usw.) und in der zweisprachigen Kommunikation der Schule berücksichtigt. Die Entwicklung der Schulkommunikation in allen Sprachen der Schulgemeinschaft trägt zum sozialen Zusammenhalt bei.

Lituanie/Sekundarschule für SchülerInnen der polnischen Minderheit in Vilnius, Litauen

Beispiel 2: Europatag

Dank Vernetzung, Vermittlung von Ressourcen und Expertenunterstützung zielt dieses Experiment darauf ab, für den Standort Sartrouville fächerübergreifende Interaktion zu entwickeln und die Verbindung zwischen Collège-Lycée im Kontext kultureller Offenheit zu fördern. Dieser Tag zielt darauf ab, die sprachliche Vielfalt in Workshops sichtbar zu machen, in denen u.a. ein interkulturelles Angebot rund um europäische Bräuche, die arabisch-andalusische Kultur oder eine Einführung in die rumänische Sprache vorgestellt werden.

Lycée Evariste Gallois, Sartrouville, Frankreich

Beispiel 3: Die Wände vom Klassenzimmer nutzen für eine langfristige Kommunikation

In Sprachunterrichtsraum kann man Werte ausdrücken, Mitteilungen austauschen und mit den SchülerInnen kommunizieren. Die Kommunikation an den Wänden des Klassenzimmers kann Grammatikregeln oder thematische Vokabeln enthalten, die sich entsprechend der Unterrichtsziele entwickeln. Viel interessanter ist es jedoch oft, die Wände für eine langfristige Kommunikation zu nutzen, zum Beispiel durch Sprichwörter, Zitate oder Ermutigungen.

In einem Klassenzimmer für Englisch in Montenegro

Leitfaden  Hier finden Sie einige Fragen mit dem Ziel, gemeinsame Überlegungen zu diesem Thema zu unterstützen

 

FÜR - Mehrsprachiges und multikulturelles Repertoire als globales Sprachsystem
DURCH - Mahrsprachige Kompetenzen
- Gefühl sprachlicher Geborgenheit
BEISPIELE
Beispiel 1: Eurosprachen

Um den Kontakt der SchülerInnen mit allen an der Schule unterrichteten Sprachen zu verbessern, hat diese Schule in Zusammenarbeit mit einer Universität eine Stunde dreisprachigen Unterricht (Deutsch, Englisch, Spanisch) für interkulturelle Mediationsaktivitäten und für ein mehrsprachiges Wikiradio angeboten. Dieser Ansatz fördert das Sprachbewusstsein aller: SchülerInnen und Lehrkräfte.

Lycée Victor et Hélène Basch, Rennes, Frankreich

Beispiel 2: Sprachodyssee

Realisierung eines gemeinsamen künstlerischen und sprachlichen Projekts der Französisch als Zweitsprache-Studierenden für eine Ausstellung, die während der "Europäischen Tage des Kulturerbes" präsentiert wurde. Das Projekt zielt darauf ab, im lexikalischen Bereich der Reise zu arbeiten und anschließend Übersetzungen in die Heimsprachen aller allophonen SchülerInnen (Englisch, Deutsch, Spanisch, Polnisch, Italienisch, Türkisch, Arabisch, Tamilisch, Albanisch, Russisch, Japanisch, Katalanisch, Chinesisch, Griechisch, Portugiesisch usw.) zu erstellen.

Collège international de l’esplanade, Straßburg, Frankreich

 

Beispiel 3: Identitäten

Eine Fremdsprache zu erlernen bedeutet, seine Identität zu erweitern. Es wird häufig empfohlen, Masken, Maskottchen, Marionetten oder sogar neue Namen zu verwenden, um jungen Lernenden dabei zu helfen, in eine neue Kultur einzutauchen. Diese Distanzierung erleichtert den Sprachvergleich und die Entwicklung eines globalen Sprachbewusstseins.

Das Schreiben und Sprechen von Texten für andere Personen wie bei Audio-Guides oder etwa beim Geschichtenerzählen mit Augmented Reality kann für ältere Lernende dieselbe Funktion haben.

Dieses Sprachbewusstsein sollte dann auf andere Fächer wie Literatur, Sport, Wissenschaften usw. übertragen werden.

Primary school in Greece/ Sekundarschule in Frankreich

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2. Sprachen aufwerten
ethischer Ansatz
2.1. Eine sprachsensible Haltung entwickeln
2.2. Bewerten und zertifizieren
2.3. Eine Sprachenpolitik an der Schule entwickeln
2.4. Sprachenvielfalt nachhaltig sichern
 
FÜR - Gegenüber Herkunfts- und Minderheitssprachen
- Gegenüber Fremd- und Schulsprachen
DURCH - Sprachenaufmerksamkeit und Lust auf Sprachen
- Verantwortung, Zugehörigkeitsgefühl, Eigeninitiative
BEISPIELE
Beispiel 1: Zusammenführung

Durch die Zusammenführung zahlreicher bisher isolierter Aktionen in Sprachenfächern (z. B. E-Twinning-Projekt, Eurolingua-Wettbewerb, Schulaustausch) und durch eine gezielte Entscheidung, welche Kursinhalte in welcher Sprache unterrichtet werden, hat dieses Gymnasium alle Beteiligten in Bezug auf die Vielfalt der Sprachen und Kulturen verantwortlich mit einbezogen.

Seebacher Gymnasium, Graz, Österreich

Beispiel 2: Diversität

Sprachliche Vielfalt ist für alle SchülerInnen ein Pluspunkt und eine Quelle der Bereicherung. Lehrende können sich auf diesen Ansatz stützen, um:
- alle SchülerInnen in die Lage zu versetzen, sich dieser Vielfalt bewusst zu werden;
- in der Schule die von den Kindern gesprochenen Sprachen zu fördern, und ihnen so zu zeigen, dass sie in ihrer Identität anerkannt werden;
- die Erfahrungen aus der Begegnung mit Formen des Andersseins zu nutzen;
- den Eltern die Bedeutung dieser sprachlichen Offenheit näher zu bringen.

https://www.coe.int/en/web/autobiography-intercultural-encounters

Beispiel 3: Das Galerieprinzip – Bewegung als Zugang zur Sprache

Das Prinzip der Galerie besteht darin, alle Wände des Klassenzimmers zur Ausstellung von Dokumenten zu nutzen. Auf diese Weise kommt nicht das Dokument zum/r sitzenden SchülerIn, sondern die SchülerInnen stehen auf und gehen durch das Klassenzimmer, um die Arbeitsdokumente zu entdecken. Dies funktioniert beispielsweise sehr gut, wenn das Medium ein Film ist, bei dem die Lehrkraft im gesamten Klassenzimmer Standbilder aufhängt. Der/die SchülerIn wählt dann einen eigenen Weg, um die Bilder zu entdecken und die Handlung des Films zu rekonstruieren. Es funktioniert auch mit den Sätzen eines Textes, Pressetiteln, Karikaturen oder Bildern, die sich auf dasselbe Thema beziehen. Jedes Mal setzen sich die SchülerInnen in Bewegung, um den Sinn zu rekonstruieren. Die Aufgabe kann in Gruppen durchgeführt werden, was zu Diskussionen führt. Es ist wichtig, dass die Lehrkraft den SchülerInnen erklärt, dass Bewegung den Lernprozess fördert, so dass die SchülerInnen sich bewusst werden, dass sie durch das Erlernen einer Sprache zu BotschafterInnen werden, die ihre Fähigkeiten nutzen und mit anderen teilen sollen.

Pictures from the short film Kunstgriff

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FÜR - Sprachenprofile validieren, zertifizieren
- Mehrsprachenrepertoires anerkennen
DURCH - Zielorientierte Bewertung: lernorientierte Bewertung, Bewertung als Lernprozess oder Bewertung des Erlernten
- Selbstwertgefühl und Gerechtigkeitsgefühl
BEISPIELE
Beispiel 1: Bookmark and dictogloss

Das Prinzip des Lesezeichens besteht darin, die SchülerInnen nach einer langen Lektüre zu bitten, ein Lesezeichen zu erstellen. Das Lesestück wird validiert, wenn andere SchülerInnen anhand des Lesezeichen den gelesenen Text erkennen. Das Prinzip des Dictogloss besteht darin, den SchülerInnen mehrmals eine Geschichte vorzulesen und sie zu bitten, diese basierend auf ihren Notizen in einer Gruppe nachzuerzählen. Die Lernleistung besteht darin, dass die SchülerInnen den Textinhalt mithilfe ihrer Mitschrift präsentieren und besprechen. 

Foto – Lycée Pasteur, Besançon, Frankreich

Beispiel 2: Sprachenzertifizierungen

Sprachendiplome spielen eine entscheidende Rolle in der Motivation der SchülerInnen und der Aufwertung von Teilerfolgen. In Frankreich gibt es seit 2005 drei Zertifizierungen in Fremdsprachen. Sie betreffen unterschiedliche Zielgruppen je nach Sprache. Die SchülerInnen legen mündliche und schriftliche Prüfungen ab.

Beispiel 3: Sprachendiplom für Mobilität – Durrës – Albanien

Mehr als in jedem anderen Fach spielt die Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle beim Sprachenlernen und bei der Validierung der Kompetenzniveaus. Eine Gruppe von LernerInnen auf B2-Niveau der Alliance Française in Durrës plant hier, ihr Studium im Ausland fortzusetzen und bereitet dafür gemeinsam das DELF / DALF vor.

Leitfaden  Hier finden Sie einige Fragen mit dem Ziel, gemeinsame Überlegungen zu diesem Thema zu unterstützen

 

FÜR - Chancengleichheit durch Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse und der kollektiven Ziele
- Auswirkungen von Schulprojekten und -strukturen
DURCH - Sichere Sprachenumgebung
- Respekt und Vertrauen Erwachsenen gegenüber
- Chancengleichheit
BEISPIELE
Beispiel 1: Erarbeitung und Publikation eines Projekts

Ausgehend vom Lernbedarf der SchülerInnen und dem Wunsch der Schulleitung, den Lernenden Literaturwissenschaft näherzubringen, hat diese Schule eine eigene Schulpolitik entwickelt, indem sie Sprachen in den Mittelpunkt des Lernens stellt. Das Team hat einen literarischen Bildungsweg entwickelt, der vom kreativen Schreiben bis zum Veröffentlichen und Verkauf einer Sammlung reicht.

Lycée des Sept Mares, Maurepas, Frankreich

Beispiel 2: Sprachenwoche

Während dieser nationalen Veranstaltung organisierte die Schule Sprachenworkshops in bisher noch nicht unterrichteten Sprachen, ein europäisches Essen und ein Finale des von den Schülern der 9. Klasse im Rahmen eines fächerübergreifenden Projekts "Die Europäische Union, ein Raum der Einheit und Vielfalt" in vier Sprachen entwickelten Spiels.

Collège Henri Matisse, Linselles, Frankreich

Beispiel 3: eine gemeinsame Sprachenvision

Die Festlegung einer Schulsprachenpolitik setzt voraus, dass das gesamte Team die gleiche Vorstellung von der Rolle von Sprachen in der Bildung teilt. Das hier vereinfachte Diagramm enthält einige wichtige Punkte, die sowohl im Team als auch mit den Lernenden Gegenstand der Überlegung sein sollten. Diese Arbeit sollte zu einem gesamten Schulsprachenplan führen.

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FÜR - Gegen Sprachenhierarchien
- Verbindung von Bildungsmöglichkeiten und Bildungsnachfrage im Bereich der Sprachen
- Hohe Ausbildungsstandards sichern
DURCH - Nach Vielfalt orientierte Bildungswege
- Verantwortungsbewusstsein
BEISPIELE
Beispiel 1: Synergies

Diese Schule hat die Vielfalt der SchülerInnenprofile genutzt, um eine gemeinsame Sprachenkultur zu entwickeln und die Vielfalt der unterrichteten Sprachen zu stärken. Dazu nutzte die Schule die Mobilitätsprojekte, die kulturellen Räume, die verschiedenen Klassen und die spezifischen Schullaufbahnen, insbesondere in einer amerikanischen internationalen Klasse und einer Förderklasse für allophone SchülerInnen. Es geht darum, jede(n) SchülerIn durch die Vielfalt der vorhandenen Profile zu stärken. Das Projekt hat die Erweiterung des Sprachenangebots durch die Einführung der Fremdsprache Türkisch ermöglicht.

Collège Vauban, Belfort, Frankreich

Beispiel 2: Stärkung des neusprachlichen Studienzweiges

Im Lycée arbeiten Russisch- und Japanisch-Lehrkräfte gemeinsam mit den Englisch-, Spanisch- und Deutsch-KollegInnen, um die Sprachengemeinschaft an der Schule zu fördern. Das Projekt wurde auf andere Fächer (Französisch, Geschichte, Geographie, Mathematik) ausgedehnt. Das Projekt zur Stärkung des neusprachlichen Zweiges erstreckt sich auf die gesamten 10. Klassen, die von zukünftigen LinguistInnen und LiteraturwissenschafterInnen besucht werden.

Lycée des Sept Mares, Maurepas, France

Beispiel 3: Planungstool

Um die Sprachenvielfalt zu bewahren, müssen alle Sprachen wertgeschätzt und Ansätze, Organisationen, Projekte und Strategien diversifiziert werden. Hier ist ein Beispiel für ein Planungstool, das dieses Ziel ansteuert.

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3. Interkulturelle Erfahrungen berücksichtigen
3.1. Mit anderen lernen; partnerschaftliches Lernen fördern
3.2. Einen sprach- und kultursensiblen Ansatz implementieren
3.3. Internationale Netzwerke ausbauen
3.4. Vernetzungen entwickeln, um Inklusion zu fördern
 
FÜR - Tandemarbeit mit Schulpartnern
- Immersiver, interkultureller Sprachengebrauch; Sprachen durch Mobilität, Immersion und interkulturelle Mediation lernen
DURCH - Interkulturelle Kompetenzen
- Demokratische Kultur, Sinn für Alterität
BEISPIELE
Beispiel 1: Rucksackbibliothek

Die SchülerInnen bringen einen Rucksack mit, der Bücher enthält. Sie wählen eines aus, das sie lesen möchten, und ersetzen es durch eines ihrer eigenen Bücher. Sie bringen den Rucksack dann zur Schule, damit er einem/r anderen SchülerIn übergeben werden kann. Dieser Ansatz fördert den kulturellen Austausch zwischen SchülerInnen und Familien. Dieses Prinzip funktioniert auch mit ausländischen Partnern.

Beispiel 2: FremdsprachenassistentInnen

SprachassistentInnen spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Sprachenlernumgebungen. Das Programm der FremdsprachenassistentInnen in Frankreich z.B. betrifft 4.500 junge Menschen aus 60 Ländern und 15 Sprachengebieten, die den Unterricht von Sprachen und Kulturen in Schulen und Hochschulen unterstützen. Zwischen 1. Oktober und 30. April unterrichten sie unter der Anleitung einer für sie zuständigen Lehrkraft. Ihr Einsatz an der Schule eignet sich besonders für Projekte mit SchülerInnen und dem Lehrerkollegium.

Beispiel 3: Collaborative learning – Aarhus, Dänemark

Mit den Anderen lernen ist das Herzstück der pädagogischen Praxis in Dänemark. Die Haltung der Lehrkräfte, die Organisation der Klassenräume, die Wahl des Schulmobiliars, die Verwendung mobiler digitaler Tools und die Priorität, die dem projektbasierten Ansatz eingeräumt wird, nähren eine kollaborative Kultur von der Grundschule bis zur Ausbildung der StudentInnen und zukünftigen Lehrkräfte. Lernen und Lehren sind so fest in der Forschungslogik verankert, dass die Zusammenarbeit der Akteure entsteht und junge Menschen ausgebildet werden, die zur sozialen und beruflichen Integration befähigt sind. Diese Pädagogik ist besonders relevant für das Lehren und Lernen moderner Sprachen.

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FÜR - Sprachen lernen durch Kunst: Musik, Literatur, Malerei, Fotografie, usw.
DURCH - Kunst- und Kulturerziehung
- Transzendenz, Selbstüberwindung
BEISPIELE
Beispiel 1: Flußbiographie

Das Prinzip ist, mehrsprachige, interkulturelle und interdisziplinäre Schätze entlang eines Flusses zu entdecken und in allen Unterrichtseinheiten einen sprach- und kultursensiblen Ansatz zu entwickeln.

 

Beispiel 2: Kulturerbe und Mehrsprachigkeit

Ziel ist es, die SchülerInnen auf das Erbe von Carcassonne aufmerksam zu machen. Im Rahmen der Europäischen Kulturerbetage werden unter Anleitung von "zweisprachigen BegleitschülerInnen" von SchülerInnen geführte Besuche angeboten.

Carcassone, Frankreich

Beispiel 3: Im tiefen Wald

Der Wald ist das Traumtheater für Lernen und Bildung. Der Wald ist in vielen Kulturen ein starkes Motiv, das in Literatur, Malerei, Musik und Traditionen oft vorkommt. Es ist aber auch ein besonders guter Ort, um Mathematik und Naturwissenschaften, insbesondere Biologie, Ökologie, Ökonomie usw. zu entdecken. Die SchülerInnen in den Wald zu führen, um durch die Biodiversität die Vielfalt der Klänge einer Fremdsprache zu entdecken, ist eine einzigartige pädagogische Erfahrung. Lassen Sie die SchülerInnen die Höhe und das Alter von Bäumen in einer Fremdsprache berechnen, bieten Sie ihnen einen Orientierungslauf an, in der die Hinweise ihr gesamtes mehrsprachiges Repertoire herausfordern oder gar Gedichtlesungen in dieser einzigartigen akustischen Kulisse. Dieses Erlebnis wird gleichzeitig den gesamten Lernprozess beschleunigen.

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FÜR - Partnerschaften und Kooperation
- Individuelle und kollektive Mobilitätserfahrungen
- Ein- und ausgehende Mobilität
DURCH - Demokratische Erziehung
- Empathie und Alteritätsbewusstsein
BEISPIELE
Beispiel 1: Auf den Spuren der papa*

Dieses Projekt zielt darauf ab, ein internationales Schulnetzwerk aufzubauen, um die Verbreitung dieser aus Südamerika stammenden Knolle zu verfolgen und ihre Auswirkungen auf die europäischen Kulturen und die Gastronomie zu bewerten. SchülerInnen in internationalen Gruppen suchen nach Texten, Geschichten, Rezepten usw. zur „Papa" und sammeln die Informationen in einem gemeinsamen Blog.

*Quechua-Bezeichnung für Kartoffel

Beispiel 2: Interdisziplinäre Projekte eTwinning

Mit eTwinning können Lehrkräfte und SchülerInnen interdisziplinäre Projekte umsetzen, indem sie mit ihren europäischen KollegInnen kommunizieren und zusammenarbeiten. Bei einem eTwinning-Projekt arbeiten zwei (oder mehr) verschiedene europäische Länder zusammen, mit der Möglichkeit, andere Partner aus Europa oder aus Drittländern einzuladen. Projekte können zu jeder Zeit des Schuljahres und in jeder Sprache initiiert werden. Projektdauer und –thema bleiben der Wahl der Teilnehmenden überlassen.

Lycée Freppel, Strasbourg, Frankreich ; Partnerschaft Straßburg-Bremen

Beispiel 3: Europäische Vernetzung von Schulen zur Förderung der Schulentwicklung und Qualitätssicherung

Ein erstes Ziel des EOL-Projekts war die Gründung eines europäischen Netzwerks von Schulen, in denen qualitativ hochwertige Lernumgebungen für und durch Sprachen entwickelt werden. An der kollektiven Reflexion nahmen mehr als 100 Schulen aus 16 Ländern teil. Jetzt gilt es, gemeinsam an der Verbesserung der Online-Tools und -Ressourcen zu arbeiten. Vernetzung muss nicht nur die Schulentwicklung fördern, sondern auch die Qualität des Bildungsangebots gewährleisten.

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FÜR - Bildungsangeboten durch Schulpartnerschaften ausweiten (z.B. Blended Learning, MOOCs, usw.)
DURCH - Europäische Integration
- Eigenheit und Solidarität
BEISPIELE
Beispiel 1: Partnerklassen

Französische und deutsche SchülerInnen entdecken die Sprache der PartnerschülerInnen, indem sie auf einer Online-Plattform zusammenarbeiten. Sie lernen auch, ihre eigene Sprache und Kultur zu schätzen, indem sie ihre PartnerschülerInnen begleiten. Die SchülerInnen suchen nach Unterrichtsmaterialien (Musik, Film usw.) und stellen ihre PartnerInnen vor neue Herausforderungen.

Académie de Rennes – Brandenburg

Beispiel 2: Digitale Ressourcen

E-lang ist ein Projekt des Europäischen Fremdsprachenzentrums (EFSZ). Es geht darum, Studierenden und SprachennutzerInnen zu ermöglichen, Neues zu lernen, indem sie digitale Ressourcen nutzen und so zu autonomen Lernenden und NutzerInnen werden. Bei der schriftlichen Produktion bietet e-lang Beispiele für reale Aufgabenstellungen, bei denen die Lernenden an einem partizipativen Reiseführer mitwirken.

https://www.ecml.at/ECML-Programme/Programme2016-2019/Digitalliteracy/tabid/1797/language/en-GB/Default.aspx

Beispiel 3: Immersion

Inklusion kommt auch durch Immersion. Das Klassenzimmer ist oft der erste Kontakt von SchülerInnen mit einer Fremdsprache. Es soll für die Lernenden eine Einladung zum Reisen sein, ein Raum der Fantasie, eine Zeit des Eintauchens in die Zielsprache und -kultur. Hier auf dem Foto bilden unterschiedliche russische Nationaltrachten und andere Gegenstände den landeskundlichen Hintergrund.

Russischklassenzimmer in Litauen

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4. Curricula bereichern
curricularer Ansatz
4.1. Sprachenbiografien und Sprachenrepertoires aufwerten
4.2. Sprachen durch fächerübergreifenden Unterricht fördern
4.3. Kontinuität im Curriculum sichern
4.4. Kollektive Intelligenz fördern
 
FÜR - Bezug zur eigenen Mehrsprachigkeit
- Bezug zur Mehrsprachigkeit Anderer
DURCH - Reflexive Kompetenzen
- Selbstverwirklichung
BEISPIELE
Beispiel 1: Home in language club

In dieser Schule hat die Entwicklung eines "Sprachen- und Kulturclubs" dazu beigetragen, die Familiensprachen der SchülerInnen zu verbessern und sie allmählich in die formalen Bildungszeiten zu integrieren. Die Valorisierung der sprachlichen Vielfalt unterstützt Inklusion und sozialen Zusammenhalt.

Maynooth post primary school, Irland

Beispiel 2: Autobiografische Hefte

Jede(r) SchülerIn der 9. Klasse verfasst verschiedene autobiographische Texte in verschiedenen Sprachen, die in, aber auch außerhalb der Schule gesprochen werden. Jede Sprachenlehrkraft schlägt vor, an unterschiedlichen Texten zu arbeiten: autobiografischer Pakt, "Ich mag / mag nicht", Prousts Fragebogen, Fotosprache, "Ich erinnere mich", Zusammenfassung eines Buches/Films, Erfahrungsbericht oder Reise, Kindheitserinnerung traurig / fröhlich, chinesisches Porträt usw.

École européenne de Strasbourg, Frankreich

Beispiel 3: Pädagogische Hochschule St. Gallen – Schweiz

Dieses Produkt ist im Rahmen einer sprachübergreifenden Veranstaltung an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen entstanden. Die Studierenden setzen sich mit der eigenen Mehrsprachigkeit auseinander. Dafür erstellen Sie eine Silhouette und machen dadurch ihre Mehrsprachigkeit sichtbar bzw. ordnen die Sprache(n) einem Körperteil zu. Zusätzlich dazu verfassen sie eine kurze Legende, in der sie auf den Sprachenerwerb sowie Sprachenlernmethoden eingehen. Zwei Jahre später gebe ich den Studierenden das Produkt zurück und in einer Autokonfrontation soll die Silhouette erläutert werden und gleichzeitig soll erklärt werden, was sich innerhalb der vergangenen Jahre bezüglich Mehrsprachigkeit(sdidaktik) sowie Einstellung und Haltung gegenüber Mehrsprachigkeit verändert hat. Die Auseinandersetzung soll dazu führen, dass Studierende später im Feld ihre Lernenden als mehrsprachige Lernende sowie Chancen und Möglichkeiten von mehrsprachigen Ansätzen erkennen sowie mehrsprachige Lernumgebungen planen / ermöglichen.

Leitfaden  Hier finden Sie einige Fragen mit dem Ziel, gemeinsame Überlegungen zu diesem Thema zu unterstützen

 

FÜR - Fächerübergreifende Projekte / Team-teaching
- Integrierte Didaktik (CLIL) oder bilingualer Unterricht
- Immersiver oder sprachsensibler Unterricht
DURCH - Projektorientiertes Arbeiten
- Eigeninitiative / Unternehmergeist stärken
BEISPIELE
Beispiel 1: E-Duplex

E-Duplex ist ein Wettbewerb, für den die SchülerInnen gebeten werden, in zwei Sprachen und in weniger als zehn Minuten ein wissenschaftliches Projekt zu präsentieren. Neben der Motivation der SchülerInnen hat dieser Ansatz auch den Vorteil, dass er durch Mehrsprachigkeit einen wissenschaftlichen Ansatz zugänglicher macht.

Deutsch-französisches Gymnasium, Freiburg im Breisgau, Deutschland

Beispiel 2: Mehrsprachige Aufgaben in naturwissenschaftlichen Fächern

Der/die ProfessorIn für Physik-Chemie bietet seinen StudentInnen praktische Aufgaben in Englisch, Spanisch und Französisch an. SchülerInnen können den/die LehrerIn in der Sprache ihrer Wahl anfordern. Die Aufgaben werden von der Lehrkranft in einer oder in mehreren Sprachen verfasst. Schülerberichte (mündlich oder schriftlich, in verschiedenen Medien) werden in einer Fremdsprache verfasst.

Lycée Henri Avril, Lamballe, Frankreich

Beispiel 3: Sprachen im Sportunterricht

Studien haben gezeigt, dass körperliche Aktivität das Erlernen einer Fremdsprache im Vergleich zu statischem Lernen verbessert. Im Sportunterricht z. B. kann die Aktivität mit Anweisungen in einer Fremdsprache durchgeführt werden. Bewegung kann auch in den Unterricht integriert werden, aber die Kombination von lebenden Fremdsprachen und Sportunterricht bietet insbesondere eine gute Gelegenheit, andere Sportarten zu entdecken, die mit den Ländern in Verbindung stehen, deren Sprache erlernt wird.

Collège Henri Matisse, Lille – Frankreich/ Grundschule– Bosnien und Herzegowina

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FÜR - Lernzykeln
- Sprachenbrücken
- Leben langes Lernen
DURCH - Schulakzeptanz
- Vertrauen durch Transparenz
BEISPIELE
Beispiel 1: Bilingualer Unterricht

Dadurch dass alle Kurse in zwei Sprachen (Slowenisch und Englisch oder Slowenisch und Italienisch) angeboten werden, hat diese Schule innerhalb des Teams eine gemeinsame Kultur in sprachlichen und interkulturellen Fragen entwickelt. Die SchülerInnen haben somit eine kontinuierliche Schullaufbahn in Sprachen.

 

Beispiel 2: Kontinuität des Lernens

Ein gemeinsames Bildungsprojekt, um die Verbindung zwischen Primar- und Sekundarschule sicherzustellen. SchülerInnen aus zwei Klassen der Primar- und Sekundarschule trafen sich. Die CE2 / CM1 (Primarschule) sangen "auf'm Bauernhof", sie nahmen an Spielen zum Thema Tier teil. Die SchülerInnen aus der 6. Klasse (Sekundarschule) hatten eine „Tierparty“ organisiert und hatten für die SchülerInnen der Primarschule einige Rätselspiele vorbereitet.

Ecole Jules Ferry, Collège Van Gogh, Clichy, Frankreich

Beispiel 3: Kontinuität in der Bildung

Sprachen bilden auch eine großartige Gelegenheit für die Erweiterung der Lerninhalte aus anderen Fächern. Insbesondere in der fächerübergreifenden Ausbildung gibt es viele Themen, die durch die interkulturelle Perspektive von Fremdsprachen bereichert werden können. Die zwei Beispiele links beziehen sich auf die Lebensmittelgesundheitserziehung. Mit einer Partnerschule Plakate für die Gesundheitserziehung erstellen oder das Entdecken von exotischen Aromen bieten die Gelegenheit, die Welt auf andere Art und Weise zu entdecken.

Grundschule, Bosnien und Herzegowina

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FÜR - Zusammenarbeit und Netzwerkarbeit
- Verkettung von Praxis, Bildung und Forschung
- Transfer von Erfahrungswissen, Expertenwissen und Praxiswissen
DURCH - Soziale Kompetenzen
- Zugehörigkeitsgefühl
BEISPIELE
Beispiel 1: Interkultureller Tag

Damit MittelschülerInnen ihre zukünftige Sekundarschule kennenlernen können, organisiert die Schule jedes Jahr eine interkulturelle Veranstaltung, die SchülerInnen und Hochschulen sowie Lehrkräfte und Eltern mobilisiert. An diesem Tag werden Workshops, Spiele, Wettbewerbe, Aufführungen, Verkostungen usw. in verschiedenen Sprachen organisiert. Alle Fächer werden vorgestellt.

2017: Tag der Amerikas; 2018: Europatag; 2019: Trinkwassertag

Lycée Evariste Gallois, Sartrouville, Frankreich

Beispiel 2: Projektmanagement

Nach einem Jahr der Umsetzung des EOL-Projekts in den Gymnasien der 7 Mares in Maurepas und Evariste Galois in Sartrouville und in fünf Collèges des Schulbezirks wollten die beteiligten Lehrerteams Unterstützung im Bereich Projektmanagement bekommen, sowohl in Bezug auf das Management als auch auf die Verwendung geeigneter Tools.

Beispiel 3: Kollaborativer Ansatz - Frankreich

Zusammenarbeit ist mehr als nur die Summe aller Kompetenzen. Zusammenarbeit vervielfacht die Möglichkeiten der Interaktion und Kreativität, mit denen wir die Welt entdecken. Dies kann spontan geschehen, zum Beispiel in Form einer Flashmob-Choreographie, aber auch schrittweise, indem den SchülerInnen neue Aufgaben zugewiesen werden, beispielsweise um andere SchülerInnen zu leiten oder TouristInnen zu führen. Mit dem Projekt Walk & Talk können SchülerInnen z.B. ihr mehrsprachiges Repertoire und ihr kulturelles Wissen im Kontakt ausländischen TouristInnen nutzen und erweitern. Dies ist ein typisches Win-Win-Prinzip kollektiver Intelligenz.

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5. Sprachen im Alltag betrachten
existentieller Ansatz
5.1. Sprachen im persönlichen und beruflichen Projekt fördern
5.2. Alle Lernbereiche nutzen
5.3. Sprachenlandschaften erkunden
5.4. Eine mehrsprachige Lernumgebung schaffen
 
FÜR - Praktikum im Ausland oder in einem internationalen Unternehmen bzw. verband
DURCH - Bildungs-und Berufsberatung
- Selbstverwirklichung
BEISPIELE
Beispiel 1: Olivenbaum

An dieser Schule, die in einem Umfeld mit großer kultureller Vielfalt arbeitet, hat das Fest des Olivenbaums Brücken zwischen den Kulturen geschaffen. Die Feier dieser "transkulturellen" Veranstaltung hat die Partnerschaft zwischen Eltern und Schule gestärkt.

Collège Jean Moulin, Alès, Frankreich

Beispiel 2: Zeitschriftenredaktion

Eine Gruppe von allophonen SchülerInnen gab eine Zeitschrift über ihr Herkunftsland heraus, deren Artikel sie selbst verfasst haben. Dabei verwendeten sie auch Wörter aus ihrer Muttersprache.

Collège Charles Eisen, Valenciennes, Frankreich

Beispiel 3: Sprachen in der Berufsausbildung

Mobilität ist ein Schlüssel für die soziale und berufliche Integration. Aus diesem Grund ist es wichtig, Sprachenlernen und Berufsbildung zu kombinieren. Die beiden Beispiele zeigen, wie wichtig das Erlernen von Sprachen z.B. in der Ausbildung im Hotel- und Restaurantbereich ist: Sprachen ermöglichen die Kommunikation und die Wertschätzung der Arbeit, eröffnen aber auch Möglichkeiten für internationale Mobilität.

Lycée Ader, Bernay – Frankreich / Lycée Lumière, Luxeuil, Frankreich

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FÜR - Formales, non-formales und informales Erlernen von Sprachen verketten
- Flipped Classroom, mobile Tools (Tablets, Smartphones, usw.), BYOD-Prinzipien
DURCH - Medienerziehung
- Selbstständigkeit, Mündigkeit
- Verpflichtung, Verantwortungsbewusstsein
BEISPIELE
Beispiel 1: Mehrsprachiger Flashmob

Durch die Förderung der Vielfalt im Sprachengebrauch hat diese Schule die Sprachenkenntnisse der SchülerInnen und LehrerInnen gestärkt. Zum Erstellen einer Choreografie für einen mehrsprachigen Flashmob sind zum Beispiel viele interlinguistische Vermittlungen erforderlich.

Lycée Henri Avril, Lamballe, Frankreich

Beispiel 2: Schatzsuche

Die SchülerInnen suchen nach dem verborgenen Schatz, indem sie der von StudentInnen in einer anderen Gruppe vorgestellten Schatzsuche auf Arabisch folgen. Die SchülerInnen interagieren, tauschen Informationen aus und helfen einander, die Orte zu finden, an denen die Hinweise verborgen sind. Der außergewöhnliche Kontext und die Ausbreitung über verschiedene Räume der Schule lenken die Aufmerksamkeit auf den Sprachfluss und die Reichweite der Stimme und somit auf das Lernziel dieser Aktivität.

Collège Lucie Aubrac, Courbevoie, Frankreich

Beispiel 3: Unterschiedliche Räume für unterschiedliche Aktivitäten

Alle Lernbereiche zu nutzen, bedeutet auch den Klassenraum voll ausnutzen, um die Lernmittel und -materialien zu variieren. In einem Sprachenkurs ist es möglich, eine Sprache zu erlernen, indem man Musik hört oder spielt, Brettspiele testet oder Alltagssituationen simuliert, Rollenspiele einsetzt oder die Wände nutzt, um eine Umgebung zu schaffen, in der die Auseinandersetzungsmöglichkeiten mit der Zielsprache erhöht werden. Der Klassenraum kann auch digital erweitert werden. Der gesamte Klassenraum lässt sich entsprechend der Lernziele gestalten. Die Qualität des Sprachenunterrichts liegt auch in der Fähigkeit der Lehrkraft, die Lernumgebung zu erneuern und dadurch die Lernsituationen zu variieren, um auf die Vielfalt der Schülerprofile und -bedürfnisse zu reagieren.

Thema “Gesundheitspflege” im Englischunterricht in Bosnien und Herzegowina / Spielen im Englischunterricht in Montenegro / Singen im Französischunterricht in Zypern

Leitfaden  Hier finden Sie einige Fragen mit dem Ziel, gemeinsame Überlegungen zu diesem Thema zu unterstützen

 

FÜR - Sprachen in der Stadt, in der Schulumgebung
- Sprachen, die von den Partnern der Schule getragen werden: Eltern, lokale Netzwerke, Vereine
- Sprachen im Lernumfeld (Schulalltag, Schulleben)
DURCH - Bürgerbildung
- Schüler als Vermittler, Botschafter
- Inklusion von Eltern
BEISPIELE
Beispiel 1: Die Stadt lesen

Bei einem Spaziergang durch die Stadt und beim Fotografieren von Plakaten im städtischen Raum reflektieren die SchülerInnen die sprachliche Landschaft, in der sie leben. Die SchülerInnen erstellen anhand von Fotos ein visuelles Medium, das für ihre Umgebung repräsentativ ist, und teilen es dann mit Partnern im Ausland. Das Bildungsziel besteht darin, alles zu zeigen, was die Studierenden mit jungen Menschen aus anderen Ländern und Nationalitäten gemeinsam haben.

Marisa Cavalli et Claude Cortier – Langues régionales / minoritaires dans l’éducation bi-/plurilingue – Langues d’ici, langues d’ailleurs, CELV, Graz, 2013

Beispiel 2: Stimmen hören

Russisch, Kreolisch, Berberisch, Malagassi, Portugiesisch, Tibetisch oder Arabisch: Am Lycée sind mehr als 30 Sprachen vertreten. Im Rahmen des Projekts wollten Menouba Ahchouch und Thierry Cattan, Professoren, diese Sprachenlandschaft hervorheben. Freiwillige StudentInnenen erarbeiteten mit der Unterstützung des Komikers Jean-Pierre Brière, Sprechtechnik und –text . Anschließend haben alle ihre Texte mit dem Tonspezialisten Franck Dubois aufgenommen. Die Audioaufnahme beinhaltet Lieder, Texte, Gedichte oder persönliche Stücke, die von den SchülerInnen (oft mit Hilfe ihrer Familien) ausgewählt wurden. Die Aufnahme wurde zu Beginn des Schultages im Innenhof der Schule ausgestrahlt.

Lycée Aristide Briand, Évreux, Frankreich

Beispiel 3: Ich liebe dich - Paris

Ausdruckswände sind eine hervorragendes Medium, um die Vielfalt der Sprachen und Kulturen zu visualisieren. In Montmartre befindet sich die berühmte "Je t‘aime"-Mauer. Die Liebeserklärungen sind dort in mehr als 300 Sprachen verfasst. Diese Mauer zieht viele TouristInnen an. Es ist durchaus denkbar, diese Idee auf Werte zu übertragen, welche die in der Bildungsgemeinschaft vorhandenen Sprachen und Kulturen wertschätzen können. Diese Wand kann auch digital über ein interaktives Poster hergestellt werden, das mit allen Partnerschulen geteilt wird.

Leitfaden  Hier finden Sie einige Fragen mit dem Ziel, gemeinsame Überlegungen zu diesem Thema zu unterstützen

 

FÜR - Sprachenvielfalt bewahren und fördern
- Vernetzung von Sprachen und Kulturen
DURCH - Umweltbewusstsein
- Ökosystemisches Engagement
- Weltbürgerschaft
BEISPIELE
Beispiel 1: Sprachen in Aktion

In diesem Erasmus + -Projekt soll die Natur in Europa erforscht werden, um als Teil eines naturwissenschaftlichen Projekts zum Leben auf der Erde Daten zu sammeln. So konnten SchülerInnen beispielsweise die Eigenschaften von Aloe Vera auf den Azoren kennenlernen. Die Schule hat Partnerschaften in Portugal, Island, Deutschland und der Tschechischen Republik aufgebaut und eine mehrsprachige LINOit Online-Lernumgebung für Naturwissenschaften eingerichtet.

Lycée Félix Le Dantec, Lannion, Frankreich

Beispiel 2: Erasmus+

Das europäische Programm Erasmus+ bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Mobilität und Ausbildung von SchülerInnen und MitarbeiterInnen öffentlicher oder privater allgemeinbildender, technischer oder berufsbildende Schulen, vom Kindergarten bis zum Gymnasium.

Beispiel 3: REPA - Wie kann der REPA dazu beitragen, eine mehrsprachige Lernumgebung zu schaffen ?

Auf der REPA-Webseite finden Sie viele Beispiele, die einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der individuellen mehrsprachigen und plurikulturellen Kompetenz und der mehrsprachigen Lernumgebung zeigen. Dieses Dreieck stellt das Konzept der wechselseitigen Wirkung dar.
„Plurale Ansätze zu Sprachen und Kulturen (Sprachensensibilisierung, Integrative didaktische Ansätze, Interkomprehension zwischen verwandten Sprachen, interkulturelle Ansätze) beruhen auf Aktivitäten, die verschiedene sprachliche und kulturelle Varianten berücksichtigen. Sie entwickeln ganz konkret den Begriff der mehrsprachigen und plurikulturellen Kompetenz im Sinne des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Sie bieten Techniken zur Erstellung von Unterrichtseinheiten, die die Entwicklung und kontinuierliche Erweiterung dieser Kompetenz der Lernenden fördert. Der REPA ergänzt in seiner Erfassung der mehrsprachigen und plurikulturellen Aspekte des Lernens die übrigen Instrumente des Europarates.“

https://carap.ecml.at/Keyconcepts/tabid/2681/language/de-DE/Default.aspx

Leitfaden  Hier finden Sie einige Fragen mit dem Ziel, gemeinsame Überlegungen zu diesem Thema zu unterstützen

 

 

Die Entwicklung fremdsprachenfreundlicher Lernumgebungen sollte das Erlernen von Fremdsprachen durch das Kombinieren pluraler Ansätze unterstützen:

  • Interkomprehension: Interkomprehension unterstützt die Sprachreflexion zu funktionalen Aspekten von Sprachen und Sprachverwandtschaften. Dies fördert das Bewusstsein des eigenen Sprachrepertoires und den Einsatz von Kommunikationsstrategien. Das Aneignen der sieben Siebe führt z.B. schnell zur Beherrschung von Metasprache und Sprachbrücken und zur gleichzeitigen Verwendung mehrerer Sprachen.
  • Sprachaufmerksamkeit: Sprachaufmerksamkeit fördert das Interesse für andere Sprachen und ihre Vielfalt. Dies hilft dem Schüler sich von bestimmten Vorstellungen oder von einer Sprachhierarchie zu distanzieren. Es geht sowohl darum, eine fremdsprachenfreundliche Einstellung gegenüber Sprachen als auch ein Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Sprachvielfalt zu entwickeln. 

 

  • Interkulturelles Lernen: Die Erfahrung interkultureller Begegnungen und die Zusammenarbeit mit Partnern, die eine andere Sprache sprechen beruht oft auf einer besonderen Einstellung, um auf sprachlicher oder kultureller Ebene basierende Kommunikationsschwierigkeit zu ebnen. Diese vermittelnde Einstellung fördert einen reflexiven Ansatz sowohl der anderen und als auch eigenen Kultur und Sprache.
  • Integrative Sprachendidaktik in unterschiedlichen gelernten Sprachen: Es geht hierbei sowohl darum, auf Sachfächer bezogene Inhalte zu integrieren, als auch den Spracherwerb integrativ zu überdenken (vor allem durch den Einbezug von anderen Fächern, weiteren Lernbereichen, usw.) und eine globale allen Sprachen gemeinsame Didaktik zu fördern.